Was ist Priem? Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Nordhausen neben dem seit 1507 in unserer Stadt gebrannten, berühmten Nordhäuser Korn ein weiterer Gewerbezweig:die Tabakverarbeitung mit einer Spezialität, dem Priem. Priem ist ein Kautabak aus dem wohlfeilen Kentucky,dank dessen Sauce ein Geschmack erreicht wurde, der dem Konsumenten behagte und bekömmlich war (aus einem alten Werbetext).
Kneiff-Unternehmensgeschichte Der Tabakfabrikant Carl August Kneif (1800 bis 1866 ) begann 1828 mit dem „Spinnen“ von Kautabak in der Nordhäuser Rautenstraße. 1837 erfolgte der Umzug zur Hagenbergstraße und 1894 in den Fabrikneubau der damaligen Salzaer Straße (1927 : Umbenennung in „Kneiffstraße“, und 1945 in die „Gerhart-Hauptmann-Straße“). Im letzten Lebensjahrzehnt von C. A. Kneiff standen ihm die Söhne Carl (1829 bis 1902 ) und Rudolph (1836 bis 1900 ) hilfreich zur Seite, ehe sie ab 1866 das Geschäft zu zweit weiterführten. Ab 1900 übernahmen deren Söhne Friedrich (1864 bis 1944 ) und Rudolph jun. (1870 bis 1944 ) die Führung, ehe die Urenkel Gerhard (1898 bis 1977 ) und Fritz (1901 bis 1986 ) ab den dreißiger Jahren bis zur Enteignung der Fabrik im Jahre 1945 in der vierten Generationdas “Zepter“ innehatten. In der DDR wurde „C. A. Kneiff“ als „VEB Rohtabak“ (Fermentation) weiterbetrieben und 1990 durch die Firma REEMTSMA erworben, das Fabrikgebäude total saniert und verpachtet. Zum Jahresende 1990 wurde die inzwischen „doch schon etwas exotisch anmutende“ Kautabakabteilung der vormaligen Tabakfabrik NORTAK als letzte Nordhäuser Kautabak- Produktionsstätte leider aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen und damit ein interessantes Kapitel typischer Nordhäuser Wirtschaftsgeschichte beendet.